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Projektionen - Kinogespräche

Welche Rolle spielen Räume bei David Lynch? Haben die Filme von Lars von Trier einen problematischen Umgang mit Frauenfiguren? Was ist intensives Kino? Und wie verändert sich das Kino in Zeiten von Streaming und Internet? Fragen über Fragen, denen der Podcast mit einer leidenschaftlichen Offenheit begegnet. Kino ist Kunst. Darüber sind sich Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger und Sebastian Seidler einig. Und über Kunst muss man Sprechen.
Dabei teilt sich der Podcast in zwei Stränge. Einmal im Monat widmen sich Sebastian und Marcus in den Projektionen einer Fragestellung, einem Werk oder einer Idee. Gemeinsam und manchmal mit Gästen wird dann diskutiert und nachgedacht.
Und in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen wird es POSITIONEN geben, in denen Themen aufgegriffen, umstellt und in Interviews weitergetragen werden.

Viel Spaß beim Entdecken und auditiven Flanieren.

Marcus Stiglegger, Sebastian Seidler, PodRiders Netzwerk

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© 2020 Projektionen - Kinogespräche

Episode 28_Terrorkino und die Dauer der Gewalt

Film und Gewalt sind untrennbar miteinander verbunden. Wie aber sind diese Bilder der Gewalt zu bewerten? Welche Haltung kann man ihnen gegenüber einnehmen? Und welche Mittel setzen Filme ein, um selbst zu einer Gewalt zu werden, die Zuschauerinnen und Zuschauer attackiert?

Marcus und Sebastian sprechen über Terrorkino, "Saw" und "Hostel" und schlagen einen Bogen zu Michael Hanekes "Funny Games", der in Kontrast zu Gaspar Noés Skandalfilm "Irréversible" gesetzt wird.

Positionen_Gothic Cinema feat. Dr. Katharina Rein

Die Kulturwissenschaftlerin Katharina Rein hat vor Kurzem mit GOTHIC CINEMA eine umfassende Einführung in dieses vielschichtige Horror-Genre veröffentlicht. In welcher Tradition bewegen sich diese Filme? Welche Moral und und welche Weltvorstellungen kommen in ihnen zum Ausdruck? Welche Rolle spielen Geschlechterverhältnisse?

Gemeinsam mit der Autorin durchstreift Marcus diese dunkle filmische Welt.

Sonderfolge_Promising Young Woman

Mit PROMISING YOUNG WOMAN läuft gerade einer der spannendsten Filme des Jahres im Kino: Subversiv, poppig und durch und durch feministisch.
Marcus und Sebastian analysieren den Film von Emerald Fennell unter Rückgriff auf die Episode zu FEMALE REVENGE. Wie entfaltet der Film sein verführerisches Potential? Und worin liegt die subversive Pointe? Es wird toxic ...

ACHTUNG: Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte erst ins Kino gehen. SPOILER!

Sonderfolge_Tröstende Filme

Manche Filme sind wie eine gute Tasse Kaffee, ein warmes Bett oder eine wohlige Umarmung. Was sind das für Filme, die uns Trost spenden? Wie gehen wir mit diesen Filmen um? Und wie verbinden sich diese Trostfilme mit unseren Leben?

In dieser Sonderfolge nähern wir uns dem Thema TROST auf eine sehr persönliche und mehrstimmige Art und Weise. Gemeinsam mit vielen Mitstreiter_Innen lassen wir Geschichten aufscheinen. Als roter Faden fungiert ein Gespräch, das Sebastian mit dem Regisseur und Autor Till Kleinert ("Samurai", "Hausen") geführt hat.

Mit dabei: Bianca Jasmina Rauch (Filmlöwin, NedWuascht), André Hecker (Devils&Demons, Schaubefehl, Genre Geschehen), Matze Holm (Schaubefehl, Welle Nerdpol), Lioba Schlösser (Filmwissenschaftlerin), Christoph Hochhäusler (Regisseur), Till Kleinert (Regisseur), Stefan Jung (Autor, Podcaster), Dominik Roth (Couch Tomatoes)

Positionen_Über Drehbücher feat. Constantin Lieb

In dieser Episode der Positionen ist der Drehbuchautor Constantin Lieb ("Asphaltgorillas", "EDEN") zu Gast. In einer intensiven Zusammenarbeit mit Regisseur Dominik Graf hat Lieb Erich Kästners Roman "FABIAN" für die Leinwand adaptiert - wild, roh und empathisch zugleich nähert sich der Film den Figuren, die ihre Liebesverwirrungen in komplizierten Zeiten durchleben müssen. Eine Drecksgeschichte vor dem Hintergrund der Weimarer Republik und ihres Untergangs.
Was ist das für eine Kunst, das Drehbuchschreiben? Wie lassen sich Bilder überhaupt schreiben? Und wie ist das Verhältnis zwischen Regisseur_In und Autor? Um all diese Fragen wird es in diesem Gespräch gehen.

Episode 27_Ver-rückte Welt: Das Werk von Yorgos Lanthimos

Der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos gehört zu den eigenwilligsten Filmemachern der Gegenwart. Von Kinetta (2005) bis zu The Favourite (2018) ziehen sich thematische rote Fäden: Es geht um Machtstrukturen, die Absurditäten der Kommunikation, die Banalitäten des Alltags und die Gewalt der Liebe. Aber wie funktionieren diese seltsamen Filme, die so ähnlich und gleichzeitig so unterschiedlich sind? Wie entfaltet Lanthimos seinen analytischen Schrecken, der immer auch von einem eigentümlichen Humor durchzogen ist? Und sind diese unterkühlten Filme nicht am Ende empathische Zeugnisse eines tiefen Humanismus?

Gemeinsam mit dem Musiker und Podcaster Wolfram a.k.a. Phasenmensch versuchen versuchen wir uns über zwei Filme anzunähern: „Dogtooth“ (2009) und „The Killing of a Sacred Deer“ (2017). Ein Blick auf die anderen Film darf dabei nicht ausbleiben.

Positionen_Bahnhofskino-Romantik feat. Pelle Felsch

Bali, die "Bahnhofslichtspiele", sind ein Phänomen der Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre. Analog zu den Grindhouses in den USA konnte man hier nonstop Sex, Gewalt und zotigen Humor erleben. Und manchmal verirrte sich auch ein Pasolini-Film unter die Sex- und Kung-Fu-Filme. Diese marginale Filmkultur lässt der Hagener Medienwissenschaftler und Cinephile Pelle Felsch (Mitherausgeber der Buches "Fulci. Filme aus Fleisch und Blut", 2019) im Filmclub Bali wieder aufleben. Marcus diskutiert mit ihm die muffige Romanik des Bahnhofskinos und die Notwendigkeit einer alternativen Filmgeschichtsschreibung...

Positionen_Austrian Darkness feat Marvin Kren

Mit "Rammbock" hat er den Zombiefilm im kleinen Fernsehspiel des ZDF platziert. Mit "Blutgletscher" holte er John Carpenters "Das Ding" in die österreichischen Alpen. "Mordkommission Berlin 1" nahm "Babylon Berlin" vorweg. "4 Blocks" hat die deutsche Gangsterserie neu definiert. Und mit "Freud" lotete er die Abgründe des Streamingformats intensiv aus. Die Rede ist von Marvin Kren. Marcus hat den Wiener Filmemacher getroffen, um über die Bedeutung der Filmgeschichte für die Praxis zu sprechen, über Filmleidenschaft und Intensitäten, über reale Gangster in Berlin und das okkulte Wien des späten 19. Jahrhunderts. Es wird spannend, nostalgisch und morbid. Eigentlich selbstverständlich. Immerhin begegnen sich hier zwei Österreicher ...

Episode 26_Craig Zahler vs. Jeremy Saulnier feat Lioba Schlösser

In dieser Episode der Projektionen stellen wir das Schaffen zweier Regisseure gegeneinander: Die Filme von Jeremy Saulnier ("Green Room") gegen die Filme von S. Craig Zahler ("Dragged Across Concrete").
Beide Filmemacher arbeiten sich am Thema der Gewalt ab. Explizite Gewaltspitzen und konzentrierte Ruhe wechseln sich ab. Es ist eine Spirale der Eskalation, die sich ins dunkle Herz der USA dreht und dabei Konflikte offenlegt, die uns mit existentiellen Fragen konfrontieren.
Zahler provoziert dabei heftigste Ablehnung. Wieso? Worin liegt der Unterschied zu Saulnier? Wie gehen beide mit ihren Figuren und Themen um? Und welche Rolle spielt der amerikanische Gründungsmythos?

Nach der Episode über "Female Revenge" ist erneut die wundervolle Lioba Schlösser zu Gast. Die Schwerpunkte der Filmwissenschaftlerin sind kulturtheoretische Betrachtungen des Androgynen in Film und Mythos, Gender- und Queerstudies, Körper- und Normativitätsdebatten sowie Transgressions- und Ritualtheorie.

Episode 25_Female Revenge feat Lioba Schlösser

Im August startet (wenn alles gut geht) "Promising Young Woman" in den deutschen Kinos. Die britische Regisseurin Emerald Lilly Fennell schickt darin Carey Mulligan auf einen Rachefeldzug gegen toxische Männlichkeit und Rape Culture. Fünf Oscarnominierungen hat der Film erhalten und eine Auszeichnung für das beste Originaldrehbuch gewonnen.
Den baldigen Kinostart wollen wir zum Ausgangspunkt nehmen, um über Female Revenge im Kino nachzudenken. Drei Filme bilden die Diskussionsgrundlage: „I Spit on Your Grave“ (2010) – das Remake des gleichnamigen Exploitationfilms von 1978 – „Art of Revenge/M.F.A.“ (2017) und „The Neon Demon“ (2016). Ausgehend vom Rape&Revenge-Subgenre ziehen wir die Linie von "They Call Her One Eye/Thriller" (1973) bis in die Gegenwart. Wie ist das Verhältnis von Rape & Revenge zu Female Revenge? Wie wird männliche Gewalt und Weiblichkeit verhandelt? Und wie subversiv kann Rache sein?

Zu Gast: Die Filmwissenschaftlerin Lioba Schlösser. In ihrer Dissertation arbeitet sie zu Perspektiven filmischer Überwindung der bipolaren Geschlechternorm durch Rekurs auf mythisches Potenzial. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind das Androgyne in Film und Mythos, Genderstudies und Transgressionstheorie.